Nächtliches Nähwerk und ein Haufen Pläne

12:12 2 Comments A + a -

Das aktuelle Nähtisch-Chaos ist immens. Gestern konnte ich von vier angefangenen (also zugeschnitten und halb genähten) Projekten auf drei reduzieren. Dabei ist das gar nicht meine Art zu arbeiten, normaleweise kommt bei mir eins nach dem anderen, mehr als zwei Projekte liegen bei mir nie auf dem Tisch, meistens nur eins und das wird dann auch so schnell wie möglich fertig gemacht. Und allgemein ist gerade alles etwas chaotisch hier.

Das liegt zum einen daran, dass ich ganz bald ein eigenes Nähzimmer zur Verfügung haben werde (yeah!) und zum anderen daran, dass mir aktuell definitiv noch Möbel und Stauraum fehlen. Aber: Der Anstrich ist dran und improvierte Fotos konnte ich auch schon machen. Der Raum hat in der Wohnung auf jeden Fall schonmal das beste Licht, was mir hoffentlich ein bisschen durch die dunkle Jahreszeit hilft. Eine Lampe werde ich später trotzdem noch anbringen ;)


Die Kosmetiktasche ist letzte Nacht noch entstanden. Ich konnte einfach nicht schlafen, da kann man also genauso gut aufstehen und was nähen. Aber lieber nicht an den aktuellen wichtigen Projekten rumpfuschen, so nachts um eins.

Also Kosmetiktasche, kann ich. Dass das zu gewissen Zeiten nicht immer eine Rolle spielt, durfte ich zwar auch schon feststellen, aber dieses Mal ging es gut.


Den Reißverschluss habe ich diesmal anders genäht, ähnlich wie bei Frede oder der Open Wide Zippered Pouch von Noodlehead. So kann man die Tasche richtig weit aufmachen, sehr praktisch. Noch größer wäre die Öffnung, wenn ich den Anfang des Reißverschlusses nicht eingefasst hätte. Allerdings habe ich hier einen Endlosreißverschluss mit Metallschiene verarbeitet und da schien mir das einfacher. 

Mit den metallisierten Reißverschlüssen kann ich mich einfach nicht anfreunden, die gefallen mir gar nicht. Ich hab mir mal einen Meter gekauft, aber der liegt hier nun schon eine ganze Weile unbeachtet. Dass es auch endlose Reißverschlüsse mit richtiger Metallschiene gibt, wusste ich gar nicht und hab den nur durch Zufall bei einer DaWanda Bestellung entdeckt. Toll :)


Die Außenstoffe sind beides Leinenstoffe vom Stoffmarkt. Verstärkt habe ich sie mit Vlieseline H250 und anschließend noch H630 aufgebügelt. Der Innenstoff ist ein beschichteter Baumwollstoff und hat so schon genügend eigenen Stand.


Den Boden habe ich mal sehr breit abgenäht. Das Täschchen misst etwa 15 x 22 x 8 cm.

Und zu den Projekten, die hier im Hintergrund laufen: Ich darf Designnähen für Snaply! Ich hab mich riesig darüber gefreut, vielleicht hat es ja schon jemand mitbekommen.



Mein fertiges Designbeispiel gibt es dann demnächst im Snaply Magazin zu sehen.
Außerdem hat sich ein Mann (freiwillig!) von mir benähen lassen, das kann ich hoffentlich auch bald zeigen. Das Oktoberthema des Tasche Sew Along, nämlich selbst gestalteter Stoff, muss auch noch umgesetzt werden, das wird hoffentlich noch pünktlich was. Bevor ich die Liste jetzt aber noch endlos weiterführe, bringe ich mal meine neue Lampe im neuen Nähzimmer an und sehe zu, dass ich  ein bisschen was schaffe.

Ab zum RUMS und der Täschchensammlung :)

Mein erstes Shirt - Kirsten Kimono Tee

18:38 10 Comments A + a -

Wurde ja auch mal Zeit. Bisher hat sich meine Klamottennäherei ja hauptsächlich auf Röcke beschränkt und Pulswärmer, mal den ein oder anderen Schal.
Den Schnitt habe ich gewählt, weil ich ihn schon lange auf der Festplatte liegen habe, ich schon viel drüber gelesen und tolle Kimono Tees gesehen habe und vor allem, weil es nur zwei Schnittteile sind. Es sollte ja einfach sein.


Okay, mit der Teilung waren es dann vier Schnitteile und wenn man das Halsbündchen noch dazuzählt, sogar fünf. Trotzdem wahrscheinlich das einfachste Shirt, dass man nähen kann.


Das Nähen hat auch recht gut geklappt, alles mit der Nähmaschine, einem Fake-Overlockstich und zum Säumen mit der Zwillingsnadel. Dabei hab ich festgestellt, dass meine Nähmaschine echt empfindlich ist, was das Garn betrifft, wenn ich dehnbare Stiche nutze. Da muss unbedingt gutes Markengarn her, sonst geht gar nichts. 


Respekt hatte ich vor allem vor dem Halsbündchen, aber völlig zu unrecht, wie sich rausgestellt hat. Ich hab zwar den Fehler gemacht, die mittlere Naht auf das Vorderteil zu setzen, aber das lag einfach am nicht aufpassen. Sieht man im Muster aber auch nicht sofort.

Außerdem habe ich das Shirt etwas gekürzt, Geschmackssache. Beim nächsten Kimono Tee würde ich an der Hüfte noch ein oder zwei Zentimeter dazugeben, da spannt es ein kleines bisschen. Die Teilung könnte auch ein wenig höher angesetzt werden, denke ich. 

Die Stoffe habe ich auf dem Stoffmarkt gekauft, dort war ich vor ein paar Wochen spontan zum ersten Mal und hab gleich ein paar Meter Jersey zum Üben eingekauft. Absolute Reizüberflutung, mein Budget hab ich fast restlos ausgeschöpft. Gut, dass ich mir ein Limit gesetzt habe. Aber auch ein paar tolle Schätze konnte ich nach Hause tragen, gelohnt hat es sich auf jeden Fall.


Und mein Kimono Tee schicke ich heute noch schnell zu RUMS. Habt einen schönen Abend!

„Frede“ ist da!

00:00 8 Comments A + a -

Wie gestern bereits angekündigt, möchte ich heute Frede vorstellen. Frede ist seit letzter Woche mein neuer Freund und Alltagsbegleiter. Frede kann schlicht sein oder bunt, schick oder lässig und ich glaube, das mit uns könnte was Ernstes werden.



Frede ist der erste Schnitt, den Ulrike von LONEJO als Ebook herausgebracht hat und ich durfte sie in ihrem Probenähteam unterstützen. Eine supertolle Truppe, lauter kreative Mädels und ein Haufen Fredes! Ich bin mittlerweile schon bei so einigen Probenähen dabei gewesen, aber ich habe wirklich noch nie so viele wahnsinnig schöne und dabei trotzdem unterschiedliche Taschen dabei entstehen sehen. Ihr solltet also unbedingt die Augen offen halten, wenn die anderen Mädels ihre Taschen zeigen. 
  
Ich hab in den zwei Wochen zwei Fredes genäht, beide vielleicht recht untypisch für mich. Ich wollte unbedingt mal wirklich schlichte Taschen, die zu allem passen. 


Einmal ganz superschlicht. Schwarz mag ich total gerne, trage ich häufig, aber genäht habe ich schwarze Sachen (für mich) selten oder nie. Lässt sich ja auch doof fofografieren, irgendwie. Aber ich bin wirklich glücklich, jetzt doch mal eine schwarze Tasche genäht zu haben.



Der Stoff ist schwarzes Leinen, innen ein Grau und Weiß gemusterter dünner Baumwollstoff, verstärkt wurde nichts und dementsprechen lässig fällt die Tasche auch. Die Träger sind selbst genäht aus Kunstleder.



Mein zweiter Frede (der eigentlich mein erster war) ist aus dunkelgrauem beschichteten Leinen und rauchblauem weichen Kunstleder. Etwas fester gefällt mir Frede auch. Die Träger sind dieses mal aus Korkstoff genäht, trägt sich ganz angenehm.




Hier im Bild ist noch der vorläufige Frede zu sehen, die (Probe-)Träger waren erstmal nur versuchsweise befestigt, mit Buchschrauben damit ich das ganze dann wieder auseinandernehmen und "richtig" festmachen kann. Das Zubehör war noch nicht da ;)

Bei Frede wird an mehreren Stellen mit Nieten gearbeitet, ich mag das ja. Da spart man sich schwierige Nähte über dicke oder schwer zugängliche Stellen. 

Weil das in der Probenähgruppe anfangs immer wieder Thema war, verrate ich euch heute, dass man Nieten nicht unbedingt mit dem Hammer reinschlagen muss. Viele wissen das vielleicht schon: Wer die Prym Vario-Zange hat, kann nahezu alle Nieten mit dieser befestigen. Von Prym gibt es nämlich Universal-Nieten, bei denen der passende Werkzeugeinsatz beiliegt. Dieser funktioniert auch für andere Nieten, die den gleichen Durchmesser (9mm) haben. 

Nachdem ich in der Gruppe schon so viele tolle Beispiele gesehen habe, hab ich schon wieder ganz viele Ideen für weniger schlichte Fredes, aber das hat Zeit.

Ulrike gibt übrigens an, dass Frede kein Anfänger-Ebook ist. Ich denke aber, wer schonmal einen Reißverschluss eingenäht hat, wird auch Frede schaffen. Alles in allem ist Frede eine schnell genähte unkomplizierte Tasche, so mag ich das.


Einmal alles Wichtige auf einen Blick:
  • Frede hat ein Fertigmaß von ca. 35 x 35 cm
  • Frede hat eine aufgesetzte Fronttasche und Einsteckfächer innen
  • Frede wird am besten unverstärkt aus festen Stoffen wie Leinen oder Canvas genäht, sieht aber auch z.B. aus Kunstleder toll aus
  • Für die Träger sind eigentlich Lederriemen vorgesehen, ich habe mir aber einfach passende Träger genäht.
  • Das Ebook bekommt ihr entweder direkt im LONEJO Online Shop oder über DaWanda, kosten: 5,90 €  
 Ab zu RUMS und den Taschen und Täschchen.

Für den Herbst: Jerseyrock und Musselintuch und ein kleiner Vorgeschmack auf „Frede“

06:00 14 Comments A + a -

Ja, der Herbst ist da, definitiv. Gerade habe ich die Heizung angestellt, trinke seit Wochen fleißig Tee und kämpfe fast genau so lange gegen eine beginnende Erkältung.
Und trotzdem ist der Herbst meine allerliebste Jahreszeit. Endlich kann man wieder durch dichtes Laub laufen, Kastanien sammeln, alles färbt sich Rot und Gelb.


Und auch Kleidungstechnisch fühle ich mich im Herbst am wohlsten. Zeit für bunte Röcke, Leggins und warme Schals und Tücher.


Der Rock, den ich heute zeige, ist ein ganz einfacher Jerseyrock. Ich hatte ca. 60 cm vom Stoff zur Verfügung und hab mir einen ganz einfachen Schnitt für einen etwas ausgestellten Rock gezeichnet, mit Bündchen. Unschlagbar bequem und die Länge mag ich auch. Da kann man sich bewegen wie man möchte und muss nicht aufpassen, dass nicht irgendwo was verrutscht.


Um ehrlich zu sein, mag ich immernoch nicht so gerne Tragefotos von mir und meiner Kleidung zeigen. Das war ja eigentlich schon immer mein Problem hier mit Anziehsachen. Aber obwohl die Bilder Qualitativ eher mittelmäßig sind, mag ich sie diesmal wirklich gerne.

Als wir die Bilder für meinen Cargorock gemacht haben, habe ich zwischendurch irgendwann mal nachgeguckt und festgestellt, dass die Bilder den Fokus (gefühlt) nur auf meine Speckröllchen gelegt haben, unvorteilhaft. Also bitte nochmal! Kommentar des Fotografierenden: "Ja, es wäre besser, du hättest was Schwarzes angezogen, da sieht man das nicht so doll." Ehrlich, aber wenig charmant. Die Bilder sind dann ja doch noch ganz okay geworden, Bauch einziehen kann ich! Diesmal war ich aber vorrausschauend genug, direkt was dunkles anzuziehen, sodass ich mich ganz entspannt bewegen konnte und mir so ein ernüchternder Kommentar erspart blieb ;)



Auf den Bildern trage ich übrigens eine Tasche mit dem Namen "Frede". Frede ist toll! Morgen bekommt Frede deshalb auch einen eigenen ausführlicheren Blogpost mit allen wichtigen Infos. Wer es aber nicht abwarten kann, darf sich gerne schonmal im Shop von LONEJO umgucken, wo es das Ebook zur Tasche seit gestern gibt. 

Außerdem hab ich mir auch ein neues Tuch für die kühleren, aber noch nicht ganz so kalten Tage genäht. Aus Musselin bzw. Double Gauze. Ich glaube, viel brauche ich darüber nicht erzählen, es gibt so viele ausführliche Berichte. Was das ist, wie man Musselin verarbeitet und so weiter. Hier bei Sew Simple habe ich mich schlau gelesen. Und inspiriert war ich mal wieder von Frau Jule, bei der ich so ein tolles Tuch schon im Frühling gesehen habe. Wurde auch mal Zeit, das umzusetzen.


Der Stoff ist Embrace Double Gauze von Shannon Fabrics mit zarten weißen Pusteblumen auf Hellgrau. Den Stoff habe ich vor dem Verarbeiten gewaschen, um die Knitteroptik zu verstärken (und damit nachher nichts einläuft) und dann ein Quadrat von 1m x 1m gesäumt. Einmal diagonal gefaltet und schon hat man ein tolles Übergangstuch.

Überall habe ich gelesen, dass sich der Stoff supereinfach verarbeiten lässt, ich fand das ehrlich gesagt gar nicht soo einfach. Ich mag es, wenn Stoff macht, was ich will, und genau so liegen bleibt, wie ich will. Wollte er meistens nicht. (Vielleicht ist das auch mein Problem mit Jersey, aber wir gewöhnen uns nun langsam aneinander.) Aber es hat geklappt und nachdem mich eine Freundin direkt gefragt hat, wo ich das Tuch gekauft habe, denke ich, dass ich das halbwegs gut hingekriegt habe.

Heute bin ich zur Abwechsung endlich mal wieder beim Me Made Mittwoch dabei, ich freu mich!

KSW #27 - das Finale

14:29 2 Comments A + a -

Boah, fast vergessen hätte ich die aktuelle KSW, sorry Mareike!
Da war in den letzten Wochen so viel los, dass ich zwar genäht, fotografiert und abgeliefert habe, aber dass wir das ganze ja auch nochmal zeigen wollen, ist irgendwie untergegangen. Dabei habe ich letzte Woche nochmal dran gedacht. 

Ich denke, die meisten von euch wissen, was die Kreative StoffverWertung ist, aber nochmal in kurz: Zur Verfügung gestellt wird ein Stoff, den die Bewerberinnen auf dem Foto nur erahnen können und daraus wird dann in vorgegebener Zeit etwas kreatives gewerkelt. 

Ins Leben gerufen hat die Aktion Appelkatha schon 2014, seitdem wird sie weitergeführt. Ich finde immer wieder spannend, was da so bei rauskommt und wie unterschiedlich der gleiche Stoff verarbeitet wird.

Um ganz ehrlich zu sein: Mit dem KSW-Stoff konnte ich dieses Mal so gar nichts anfangen.  Der Cordstoff ist irgendwie undefinierbar lila-grau-braun, ich wusste wirklich nicht, wie ich ihn schön machen sollte. Letztlich habe ich ihn dann in einem stofflichen Experiment mitverarbeitet und jetzt ist er so okay ;)


Als Boden für einen kleinen Tischmülleimer am Schneidetisch. Der Jeansstoff ist geupcycelt, da hab ich mal das Schablonieren mit Stoffmalfarbe ausprobiert.
Und er erfüllt seinen Zweck, ganz wunderbar sogar. Schönheit ist eben nicht alles ;)
Nun schau ich mir erstmal die anderen KSW-Werke an. Bei Mareike, die diese KSW ausgerichtet hat, habe ich gerade schon kurz reingeschaut und überrascht festgestellt, dass einige der Mädels, den Stoff tatsächlich schön in Szene gesetzt haben. Wahnsinn.

HIER geht es lang zu Mareike, und HIER zu Appelkatha.

Fischtäschchen mit Gelb

14:02 2 Comments A + a -

Ihr Lieben, ich hoffe ihr habt das lange Wochenende gut überstanden und macht euch noch einen schönen Feiertag. Ich hoffe noch auf anhaltenden Sonnenschein, heute morgen sah es so gut aus, dann Regenschauer und jetzt nochmal Sonne.

Von mir gibt es heute mal wieder was kleines, fast der Doppelgänger von meinem Libellentäschchen. Da habt ihr ja schon den tollen fischigen Geschirrtuchstoff gesehen. 


Das gelbe Leder hatte ich ja auch schon für eine Tasche vernäht. Die beiden Stoffe fand ich zusammen einfach so schön, dass ich was draus machen musste. Und weil ich ja eigentlich genug Täschchen habe und Melanie die liebe Spenderin war, habe ich mich entschlossen, dass ich das Täschchen für sie nähen würde.

Innen habe ich den dunkelblau-weißen Wellenstoff verwendet, den ich auch schon für ein Pflastertäschchen vernäht habe.


Und tatsächlich habe ich auch mal wieder dran gedacht, mein Label draufzunähen. Das vergesse ich dauernd.


Jetzt drehe ich meine Runde beim Creadienstag, HoT und den Täschchen und freue mich schon auf weitere Projekte, die ich euch demnächst zeigen kann. Habt einen schönen Tag!

Meine gelbe Tasche

08:30 4 Comments A + a -

Vor ein paar Wochen bekam ich ganz überraschend ein Päckchen von Melanie, darin ganz viel gelbes Leder! Ich hatte eine ihrer tollen Taschen kommentiert, eben aus diesem Material. So eine tolle Farbe, ich könnte sie mir den ganzen Tag angucken.

Ich hatte auch ziemlich schnell einen Plan, wie genau meine Tasche aussehen sollte. In der Mitte geteilt, die Teilungsnaht dekorativ abgesteppt. Die Form ist in etwa die Trail Tote von Noodlehead, allerdings ohne das Reißverschlussfach vorne und auch sonst ziemlich freestyle genäht. Die habe ich schonmal in der großen Version genäht und wollte unbedingt nochmal eine kleinere nähen. Und irgendwann auch nochmal die große. Die kleine Version ist aber schon ziemlich klein, daher habe ich, nachdem ich den Schnitt geteilt habe, nochmal eine großzügige Nahtzugabe hinzugegeben.

Die Träger habe ich aus Mehreren Stücken zusammengenäht und einfach an den Seiten der Tasche mit Nieten befestigt. Ich wollte mir einfach den Stress nicht antun, so viele dicke Lagen zusammenzunähen.


Gefüttert ist die Tasche mit einem einfachen Leinenstoff und verschlossen wrd sie mit einem Magnetknopf. Verstärkt habe ich nichts. Und auch kein Innentaschengedöns. Bei der Größe brauche ich das nicht, da nehme ich nicht so viel mit und finde alles schnell.


Im Nachhinein betrachtet hätte die Tasche ruhig noch einen Tick größer sein dürfen. Aber ich bin zufrieden.


So eine richtig tolle Herbstfarbe hat die Tasche!
Vielen Dank, Melanie, für die tolle Überraschung :) 

Verlinkt beim Creadienstag, HoT und in der Taschensammlung.

Stoff bestempelt - I wish

11:29 2 Comments A + a -

Mal wieder was ausprobiert. Die Idee habe ich mir bei der lieben Melanie abgeguckt, die mit gestempelten Patches ihre Taschen aufgepeppt hat. Das hat mir so gut gefallen, dass ich mir bei der nächsten Gelegenheit selbst so ein Alphabet-Stempelset besorgt habe. 
Meine Lettern sind aber ziemlich groß, also kamen so kleine Patches nicht in Frage. 

Also, was kann man noch bestempeln? Stoffbeutel! Die bieten genug Fläche und einen ruhigen hellen Untergrund. Genäht habe ich den Beutel aus dem schönen Halbleinen, dass ich noch auf Vorrat habe. Aber der wird auch immer knapper .. das eignet sich einfach gut für stoffliche Experimente.

Den Beutel habe ich erst genäht, dann bestempelt. Und das kam dabei raus:


Noch ordentlich schief und krumm, aber lesbar. Und darum geht es ja. Ich hab meine Stempelbuchstaben übrigens einfach mit Stoffmalfarbe bepinselt. Ein Stempelkissen wäre für kleinere Stempel aber sicher sinnvoll.

Habt ein schönes Wochenende!

Ja, das bringt was. Nähen macht glücklich.

12:47 17 Comments A + a -

Oder allgemeiner: Selbermachen macht glücklich. 
Manchmal werde ich gefragt, warum ich so viel nähe. Ob ich das denn alles brauche. Bringt das was? 

Ja, das bringt was. Mir bringt das was. Nicht immer das fertige Produkt, aber die Arbeit daran. Wenn ich mich mit meinen Stoff- und Nähprojekten beschäftigen kann, bin ich glücklich, entspannt, kann alles andere vergessen. Aus ein paar Minuten werden manchmal Stunden und wenn ich mal zu spät zu einer Verabredung komme (selten!), dann nur, weil ich mich beim Nähen vertrödelt habe, die Zeit vergessen, schnell noch was fast fertig gemacht und oh, plötzlich ist es schon so spät und ich sollte mir vielleicht mal die Haare kämmen und schnell die Schuhe suchen. Und dann erzähle ich von dem was ich mache, welche Fehler ich gemacht und was ich gelernt habe, welche Ideen mir gekommen sind oder welche Technik ich noch ausprobieren will. Manchmal nickt die Person mir gegenüber freundlich und schaut dabei mäßig interessiert und irgendwann fällt mir dann ein, dass das zwar meine Begeisterung ist, diese in meinem Umfeld aber nur sehr wenige nachvollziehen können.


"Lohnt sich das?/Verdienst du damit Geld?/Verkauft sich sowas überhaupt?", werde ich oft gefragt. Ja, das lohnt sich. Aus oben genannten Gründen einfach. Ja, gelegentlich habe ich auch mal Auftragsnäharbeiten bei denen ein paar Euro rumkommen, aber die fließen dann ja doch wieder in die Nähkasse. Verdienen tue ich damit also gar nichts. 

Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich zugeben, dass vieles von dem was ich nähe, am Ende keinen bestimmten Zweck erfüllt. Ich habe zwei große Boxen, in denen ich gesammeltes Nähwerk aufbewahre. Manches davon findet schnell neue Besitzer, vieles aber nicht. 
Mein Nähpensum kann ich also auf gar keinen Fall mit meinem Taschenbedarf rechtfertigen, aber seit wann muss man sein Hobby rechtfertigen? Der eine sammelt Briefmarken, ein anderer ist regelmäßiger Kinogänger oder Hobbykoch. Da fragt ja auch keiner, ob sich das lohnt. Und was sich auch lohnt, sind die anderen. Die anderen Näherinnen, Handarbeiterinnen und Schreiberinnen bei denen es so viel zu sehen gibt, so viel zu lernen und immer ein paar nette Worte am Rande.

 
Meistens habe ich die Zeit dafür, viele meiner Ideen auch umzusetzen und wenn ich sie mal nicht habe, fehlt mir das sehr schnell. Ich liebe es, immer wieder dazuzulernen, neue Techniken auszuprobieren, verschiedene Materialien zu verarbeiten und zu gestalten. Inspiration dafür kommt von überall. Pinterest ist wahrscheinlich die größte Inspirationsquelle, Ideensammlung. Aber auch auf zahlreichen Blogs, im Alltag oder beim durch die Stadt schlendern, Augen offen halten und Menschen beobachten kann man so viele Eindrücke sammeln. 


Seit ich nähen gelernt habe, hat sich mein Blick verändert. Ich nehme viel mehr wahr. Materialien, Formen, Muster. Natürlich im textilen Bereich, aber auch sonst. Alles, was mich umgibt. Ich mag ja nicht nur Stoff, auch wenn einige das sicher vermuten würden. Ich freue mich immernoch über ein schön gestaltetes CD-Cover, die ersten Kastanien, tolle Postkarten, fantasievoll illustrierte Kinderbücher oder andere Schönigkeiten meiner Umwelt.  



Auf den Bildern, die ich in den Aufsatz gestreut habe, ist übrigens mein neustes Nähwerk - ein kleines Täschchen aus den Resten einer größeren Tasche. In den letzten beiden Wochen hatte ich nicht so viel Zeit zum Bloggen und Fotografieren, genäht habe ich aber trotzdem viel in den freien Stunden. Jetzt muss ich nur nach und nach alles fotografieren(lassen), wenn das Wetter mitspielt. 

 
Der Libellenstoff ist (bevor einer fragt) ein Geschirrtuch gewesen, dass viel zu schön und viel zu teuer für ein Geschirrtuch war, aber auf gar keinen Fall im Laden bleiben konnte. Genau wie seine Schwester mit den Fischen. Das süße Label vom Geschirrtuch habe ich mit eingenäht, weil es farblich einfach perfekt passt, finde ich.



Und damit mache ich mich jetzt auf den Weg zum Creadienstag und HoT.

Probegenäht: Cargorock von Rotbart

01:17 3 Comments A + a -

Ja, ich will! Mir mehr selber zum Anziehen nähen, und ich glaube, der Knoten ist jetzt geplatzt :) Hat ja auch lange genug gedauert, aber irgendwie flutscht es im Moment. Ich durfte nämlich probenähen, einen tollen Cargorock. Das erste Mal, dass ich mir was "aufwändigeres" zum Anziehen genäht habe. Und auch noch direkt ein Probenähen, was ja auch nicht immer ganz ohne ist. Vielen Dank für dein Vertrauen, Jennifer!


Und es war gar nicht so schwierig! Da hat sich mal wieder bewiesen, was ich eigentlich schon wusste: Auch größere Projekte werden Schritt für Schritt genäht und sind dann eigentlich überhaupt nicht mehr schwierig, dauern höchstens länger. Aber ganz ehrlich - ich hab auch an Taschen schon ziemlich lange gesessen.



Der Cargorock von Rotbart ist absolut klasse und die Anleitung war super erklärt, die Bilder klar und ich hatte an keiner Stelle Schwierigkeiten etwas nachzuvollziehen. Außerdem habe ich viel dazugelernt und schon wieder einen Haufen Ideen, wo ich mein neues Wissen noch einsetzen könnte. 

Entstanden sind während des Probenähens für mich zwei wunderbare Röcke aus Feincord, die meine Herbstgarderobe schonmal ein wenig aufstocken :)



Der Rock sitzt super bequem und lässig hüftig, kann in verschiedenen Längen genäht werden und wenn man (wie ich beim ersten Versuch, in Grüntönen) mal die falsche Größe wählt, kann man dank Gürtelschlaufen alles noch irgendwie an Ort und Stelle halten ;)

Auf den Fotos gucke ich so gequält, weil ich die Röcke unbedingt als Herbstt-Outfit präsentieren wollte. An dem Tag waren es aber 24 Grad und ziemlich schwül. Die Jacke hab ich dann doch lieber ausgezogen. Zwischendurch kam dann auch immer mal wieder die Sonne zum Blenden raus. Ich glaube, das Fotoshooting hat höchstens 20 Minuten gedauert, danach bin ich nach Hause geflitzt und hab ganz schnell die Klamotten gewechselt und bin zur nächsten Verabredung gehetzt. Die Freundin hat mir dann erstmal was zu trinken gekauft, so mitleiderregend sah ich aus :D



Ein absoluter Wohlfühlrock, den ich sicher noch öfter nähen werde, auch unbedingt mal in ganz bunt! Irgendwas mit knalligem Blumenmuster vielleicht. Und was gelbes, passend zur Tasche, die ich hier demnächst zeige. Blau wär auch was, ach ja, es gibt so viele Farben!

An meiner ersten Version saß ich ungelogen einen kompletten Tag. Da merkt man halt doch, dass ich noch Anfängerin bin, ich hab wirklich dauernd in die Anleitung geguckt. Meinen zweiten Rock habe ich an einem langen Nachmittag genäht. Finde ich vom Zeitaufwand wiederum absolut okay :) 

Alle wichtigen Infos zum Ebook auf einen Blick:
  • Der Cargorock kann in den Größen 32 - 54 genäht werden
  • locker lässiger Sitz mit den klassischen seitlich aufgesetzten Cargotaschen
  • Verschlossen wird mit einer Knopfleiste, optional gibt es auch ein Reißverschluss-Tutorial
  • Das Schnittmuster beinhaltet drei verschiedene Rocklängen
  • Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten
  • Kostenpunkt: 6,90 €
  • und hier geht es zum Ebook im DaWanda-Shop und bei Makerist :)  
Zum Abschluss gibt es noch einen kleinen Rabattcode, mit dem ihr auf die Ebooks von Rotbart aktuell noch 15 % sparen könnt :)

 

Ich hoffe ja noch auf eine Cargohosen Version für Frauen. Für Männer- und Juniorhosen gibt es bei Rotbart schon Schnittmuster.

Verlinkt bei RUMS.

Laptoptasche mit SnapPap

12:57 4 Comments A + a -

Vor ein paar Wochen habe ich es endlich mal geschafft, mir eine Laptoptasche zu nähen. Oder eine Laptophülle. Jedenfalls zum Transport gedacht. Kann man in die Tasche/den Rucksack packen und alles ist gut gepolstert unterwegs.


Der Schnitt ist mal wieder mein eigener. Die Maße meines Laptops + großzügige Nahtzugabe für das Hauptteil.


Die aufgesetzte Tasche vorne bietet noch Platz für Diverses. Zum Beispiel kann ich meine Festplatte dort unterbringen, wenn die mal mit muss. Oder Notizzeug oder oder.

Der Hauptstoff ist übrigens mal wieder das beschichtete Leinen, das ich in letzter Zeit so gerne verwende. Das ist von A.U. Maison und gibt es in vielen Farben, für Taschen echt klasse. SnapPap habe ich natürlich auch wieder verwendet, einfach als Klappe damit nichts rausrutscht. Ist ja irgendwie wieder mein typisches Farbschema geworden.

Übrigens könnt ihr bei mir auf Facebook noch bis Sonntag das Ebook für die Kühltasche "Verano" gewinnen, die ich euch hier schon (aus dem beschichteten Leinen!) gezeigt habe. Einfach mal vorbeischauen ;)
 
Habt einen schönen Donnerstag! 

Gezeigt bei RUMS, den Taschen und Täschchen und beim TSA September - SnapPap, Kork & Co.

Röcke aus Jersey mit Traumaüberwindung.

18:40 8 Comments A + a -

Heute mal was anderes hier. Kleidung, das gibt es sehr sehr selten. Und Jersey, noch seltener, wenn das überhaupt möglich ist ;) Warum erfahrt ihr auch gleich. 
Vorab ein großes Dankeschön an meinen Bruder, der spontan die Kamera in die Hand genommen hat, damit ich meinen Rock heute noch zeigen kann!


Ich bin mir gerade gar nicht sicher, ob ich hier schonmal von meinem Jersey-Trauma erzählt habe. Falls nicht, jetzt die Kurzfassung.
Als ich gerade mit dem Nähen begonnen habe, also vor ca. 2-3 Jahren, habe ich mir unter anderem auch Jersey-Stoffe besorgt. Meine Nähmaschine hatte aber was dagegen, Jersey wollte sie partout nicht nähen. Ich habe Jerseynadeln gekauft, nur hochwertiges Garn verwendet und gefühlte hundert Tipps,Tricks und Ratschläge aus dem Netz befolgt. Trotzdem war es schon viel, wenn ich mal eine halbe Naht zustande gebracht habe, ohne dass etliche Stiche ausgelassen wurden. An Kleidung aus Jersey war also nicht zu denken. Ich war unglaublich frustiert und hab wirklich an mir selbst gezweifelt. Bin ich wirklich zu doof dafür? Oder kann das an der Maschine liegen? Aber kann nicht eigentlich jede Maschine Jersey vernähen?

Vor ein paar Monaten habe ich mir endlich eine neue Nähmaschine gekauft, die auch ein bisschen was drauf hat. Für mich ein absolutes Luxusmodel, auch wenn sie sich preislich eher im Mittelfeld bewegt, wenn überhaupt. Nach oben gibt es ja keine Grenzen, wie ich jetzt weiß. Und plötzlich ging das, einfach so. Kein Stoff wird gefressen, keine Wellenbildung und wunderbare Nähte, selbst ohne Jerseynadeln. Meine letzten Zweifel sind also beseitigt. Ich bin nicht das Problem!

Und weil ich noch zwei wunderbare Jerseystoffe hier liegen hatte (nur weil ich sie nicht vernähen kann, heißt das nicht, dass ich die schönen Stoffe nicht kaufe!),  außerdem meine Nähmaschine auch mal was anderes als Taschen sehen sollte, habe ich mich daran gemacht und mir zwei schöne, ganz einfache Jerseyröcke genäht. Und aus den Stoffresten noch Pulswärmer, der Herbst steht ja vor der Tür.


Der Schnitt für den Rock ist selbstgemacht. Dabei habe ich nach meinen Maßen zwei Rechtecke gezeichnet und nach unten zum Saum hin ein paar Zentimeter weiter werden lassen. Im Bund habe ich noch ein Gummi eingezogen, den Saum einfach eingeschlagen und mit der Zwillingsnadel gesäumt. Und das alles ohne Zicken. Genäht habe ich übrigens mit einem Overlockstich meiner Nähmaschine, was unglaublich lange gedauert hat. Sollte ich in Zukunft mehr Jersey vernähen, wäre eine Overlock sicher sinnvoll.


Super bequem diese einfachen Jerseyröcke. Und mir gefallen die Stoffe total.
So ganz ohne Tasche geht es hier irgendwie doch nicht, da hat sich nochmal eine mit ins Bild geschlichen ;)



Die Tasche ist schon älter, noch aus dem letzten Jahr. Ich hab sie mal ganz spontan zusammengebastelt, trage sie aber supergern und regelmäßig, weil sie schön schlicht ist.

Zum Thema Kleidung kann ich schonmal sagen, dass es auf jeden Fall auch weiterhin was zu sehen gibt. Im letzten Jahr habe ich ganz schön zugelegt, das hat mich Kleidungsnähtechnisch irgendwie ein bisschen gebremst. Ich wollte nicht vieel Nerven und Arbeit und Material in etwas stecken, was mir in ein paar Monaten dann wieder zu groß ist. Aber vielleicht passt es mir ja sogar in ein paar Jahren noch und wenn nicht - egal. 
Im Moment darf ich einen ganz tollen Rock für Rotbart probenähen, da freu ich mich schon, den zu zeigen. Das ist auf jeden Fall mal ein bisschen aufwändiger als ich das gewohnt bin.
Und ein Kleiderschnittmuster liegt hier auch schon. Da fehlt noch der passende Stoff für (es wird wieder Jersey!) und gerade auch einfach die Zeit.

Heute also doch dabei, bei RUMS.